Mischkultur mit Erbsen

Für einen ersten Gartenstart jetzt im März habe ich in diesem Artikel eine Mischkultur zusammengestellt, die Du in milden Gegenden schon in den nächsten Tagen beginnen kannst. Vorausgesetzt, der Boden ist abgetrocknet.

Junge pflückt frische Erbsen

Die folgende Mischkultur auf einem 1,20m Beet besteht aus Palerbsen, Mangold/Kohlrabi, Möhren und Zwiebeln.
Mischkultur mit Erbsen

Reihe 1: Erbsen

Bei Erbsen unterscheidet man zwischen Palerbsen, Mark-oder Schalerbsen und Zuckererbsen. Palerbsen sind die frühesten dieser drei verschiedenen Arten. Man kann sie schon ab einer Bodentemperatur von 2-5°C legen, das ist in der Regel im März. Sollte es zu diesem Zeitpunkt allerdings viel regnen, faulen die Samen manchmal vor der Keimung.

Markerbsen und Zuckererbsen

Markerbsen und Zuckererbsen werden erst bei 5-8°C gelegt, also meistens im April bis spätestens Mitte Juli. Die hohen Sorten brauchen ein Rankgerüst oder Reiser zum Hochranken. Bei den niedrigen Sorten ist das nicht nötig, besonders standfest sind die Sorten bis 50cm. Es klappt auch gut, eine niedrige Sorte, z. B. ‘Kleine Rheinländerin’, in einer Doppelreihe anzubauen, dann stützen sie sich gegenseitig.

Je früher die Erbsen gesteckt werden, desto besser, da sie als Langtagspflanze ab Mai kräftig ins Blütenwachstum investieren und daher besonders viele Hülsen ansetzen, wenn sie bis dahin schon ordentlich groß sind. Im Sommer sind sie auch anfälliger für Mehltau und Läuse. Ein weiterer Nachteil des Sommers ist es, dass die Erbsen bei tagelangen hohen Temperaturen um die 30°C keine neuen Hülsen mehr ansetzen.

Die Direktsaat

Du kannst die Palerbsen direkt ins Beet säen, ca. 3 cm tief in den Boden gelegt. Die niedrigen Sorten haben 4 cm Abstand in der Reihe, die hohen Sorten besser 6 cm , da sie auch mehr Wasser und Nährstoffe aus dem Boden benötigen. Sie keimen zwar besser, je wärmer der Boden ist, sind aber doch eher robust gegen Kälte. Wenn Du es besonders eilig mit der Ernte hast, könntest Du auch im Haus die Erbsen in kleinen Töpfen vorziehen und ab April ins Beet pflanzen. Das bringt einen Vorsprung von ca. 2 Wochen, eventuell auch unter Vlies, je nach Witterung. Eine meiner Lieblingssorten ist ‘Allerfrüheste Mai’, die unter guten Wetterbedingungen im März tatsächlich Ende Mai die ersten köstlichen Erbsen für den Gärtner bereit hält. Es ist eine hohe Sorte, die ein Rankgitter braucht. Ich habe ausgezeichnete Erfahrungen mit den schon im Kapitel Bohnen erwähnten Estrich-Gittern gemacht.

Mischkultur mit Erbsen
Rankgitter für Erbsen, es kommen noch neue Pfähle rechts und links zum Aufstellen.

Das Gitter wird mit Stahlkrampen auf einen Rahmen aus Leisten gehämmert. Dieses hat der Mann meiner lieben Gartenfreundin Eva für mich gebaut, das ist richtig klasse! Es funktioniert auch hochkant für Stangenbohnen und bewährt sich schon seit Jahren, jetzt müssen allerdings die Seitenpfosten erneuert werden. Dort können die Erbsen hervorragend hoch ranken und der Bestand ist gut und übersichtlich zu beernten. Die ganz einfache Variante funktioniert sogar ohne die stabilisierenden Leisten, indem du sie mit Kabelbindern an zwei hohe Stangen bindest. Klappt ganz gut bei Erbsen, nicht aber bei Bohnen, die werden zu schwer und kippen dann leichter.

Weitere Pflege

Die jungen Erbsen werden nach dem Auflaufen noch einmal angehäufelt, weil sie dann zusätzliche Wurzeln bilden und üppiger wachsen.

In einem guten Biogartenboden brauchen Erbsen nicht mehr zusätzlich gedüngt werden, da sie als Mitglied der Leguminosenfamilie den Stickstoff eigenständig mit Hilfe der Knöllchenbakterien aus der Luft sammeln können. Diese Fähigkeit, die auch Bohnen zu eigen ist, können wir Gärtner uns zu Nutze machen, indem wir den gesammelten Stickstoffvorrat nach dem Abräumen des Beetes den Nachfolgern zur Verfügung stellen. Auch die Nebenkultur profitiert davon. Im folgenden Kurzvideo gehe ich auf diese Möglichkeit ein:

Reihe 2: Mangold im Wechsel mit Kohlrabi

Wir essen sehr gerne Kohlrabi, deshalb habe ich viele Mischkulturen mit Kohlrabi. Hier wird er noch einmal 30 cm weiter vom Rand im Wechsel mit Mangold (jeweils 20 cm Abstand von Kohlrabi zu Mangold) angebaut, allerdings erst im April. Natürlich kannst Du auch entweder nur Mangold oder nur Kohlrabi setzen, wie Du es am liebsten magst. Wenn der Kohlrabi im Juni geerntet ist, kann der Mangold ruhig noch ein Weilchen stehen bleiben, ich schneide immer nur die äußeren Blätter, er treibt dann ganz zuverlässig wieder aus.

Im Juli ist der Kohlrabi komplett abgeerntet, jetzt kannst Du noch einmal reichlich Mangold ernten und dann abräumen und den freien Platz mit Endiviensalat bestellen.

Reihe 3: Möhren

Wieder 30 cm weiter kommt auch schon im März eine Reihe Frühmöhren. Zur besseren Keimung gebe ich der Saat 10% Dillsamen bei, dann keimen die Möhren gleichmäßiger und schneller. Wichtig ist der frühe Aussaatzeitpunkt, dadurch wird die Flugzeit der Möhrenfliege umgangen. Natürlich muss das Wetter trotzdem passen, da gibt es große Unterschiede je nach Gebiet, versuche es einfach so früh wie es bei Dir passt. Zusätzlich bekommt die Möhrenreihe noch den Duftschutz der Nachbarreihe, die aus Steckzwiebeln besteht. Über Möhren hatte ich schon einen Beitrag geschrieben, falls Du den noch nicht kennst, kannst Du das hier nachholen.

Im September nach der Ernte der Möhren kann hier Spinat oder Feldsalat gesät werden.

Reihe 4: Zwiebeln

20 cm von den Möhren entfernt und auch gleichzeitig 20 cm vom anderen Rand entfernt kommt als letztes die Reihe mit den Steckzwiebeln. Dies kann zeitgleich mit den Möhren geschehen. Die Spitzen der Zwiebelchen sollten ein wenig zu sehen sein. Diese Mischkultur ist wohl mit am bekanntesten, da sich die beiden Sorten gegenseitig die jeweiligen Gemüsefliegen durch ihren Geruch vom Leibe halten.

Wenn die Zwiebeln das Beet räumen, kann auch hier noch Endiviensalat oder Zuckerhut gepflanzt werden.

Die Erbsenreihe im Juli

Nach der Erbsenernte im Juli wird die Reihe entweder frei für Chinakohl oder Grünkohl, je nachdem, was Du lieber isst. Das Erbsenstroh ist kleingehackt oder gehäckselt ein wunderbares Mulchmaterial für die Kohlpflanzen, lege es um die Setzlinge herum. Genauso mache ich es mit den ausgepulten Schoten, die ich gleich im Garten nasche, sie kommen als Mulchmaterial zum Kohlrabi und Mangold.

Gleichzeitig wird auch der Boden vor dem Austrocknen besser geschützt. Auch eine Heuschicht erfüllt diesen Zweck sehr gut. Kohl darf dicker gemulcht werden als z.B. Salat. Insgesamt ist es gut, das ganze Beet immer wieder mit Mulchmaterial zu versorgen, dann haben die Bodenlebewesen genug Futter, um alles kräftig mit Nährstoffen zu versorgen.

Das Beet im Herbst

Zeige dem Boden im Herbst nach dem Abräumen Deine Dankbarkeit für die gute Ernte, indem auch Du ihn mit Nahrung versorgst, so bleibt der Kreislauf geschlossen. Das geht am natürlichsten mit einer schönen Mulchschicht. Aber so weit sind wir ja noch nicht, jetzt wird erst einmal bestellt.

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Von Herzen

Astrid

12 Kommentare

    • Liebe Renate,
      ja, hier ist es wärmer als bei Dir, aber bald geht es auch bei Euch!

      Antworten
  • Liebe Astrid, vielen Dank für Deine wunderbaren Anregungen! Ich habe eine Frage zu diesem Beet… Wir sind im Juni 3 Wochen im Urlaub. Gießen ist kein Problem, aber abernten müsste man in dieser Zeit zB gerade die Erbsen schon, oder kann man sie einfach bis Ende Juni hängen lassen? Und das andere Gemüse?
    Herzliche Grüße,
    Lisa

    Antworten
    • Liebe Lisa,
      wie schön, wenn Du diese Mischkultur einmal anbauen möchtest! Die Erbsen würden genau dann ihre Hauptreife haben, wenn Ihr im Urlaub seit. An Deiner Stelle würde ich jetzt folgendes machen: Warte mit der Aussaat der Erbsen bis Mitte April, bereite schon einmal das Gitter vor, falls Du eine hohe Sorte nehmen möchtest, was ich Dir wirklich wegen der Ertragsmenge empfehlen möchte. Die Erbsen werden dann während des Mai allmählich hoch wachsen, sodass Du sie auch noch ein bisschen am Rankgitter betreuen kannst, vielleicht ein wenig lenken oder anbinden, je nach Wetter und Wind. Die Haupternte wird dann sein, wenn Ihr wieder kommt. Falls einige Schoten schon überreif sind, nimm die einfach als Saatgut für die kommende Saison. Aber nur ungefähr insgesamt 15 Schoten an verschiedenen Pflanzen hängen lassen, sonst fruchten sie nicht so gut nach. (Die Urlaubswäsche muss dann ein bisschen aufs Bügeln warten…..)
      Die Möhren und Zwiebeln würde ich aber noch dem Plan bearbeiten, sie werden Euch im Juni nicht vermissen! Mangold und Kohlrabi dann auch Ende April setzen.
      Herzliche Grüße zurück,
      Astrid

      Antworten
  • Liebe Astrid, vielen Dank für deine Anregung, jetzt im etwas kalten und nassen März. Das macht fröhlich! Ich wohne in Südfrankreich und werde sofort sofort deinen Anleitungen folgen. Bis bald!
    Inka

    Antworten
    • Liebe Inka,
      hey, das ist ja nett, dass Du sogar in Südfrankreich diese Mischkultur anbauen willst. Bestimmt bist Du noch früher mit der Ernte dran als wir hier im Main-Spessart. Kannst gerne mal berichten im Juni, wie es mit der Ernte ausschaut.
      Alles Liebe,
      Astrid

      Antworten
  • Hallo Astrid, hier in Hamburg warte ich immer bis die 1. Forsythienblüte sich öffnet. Mischkultur mache ich schon immer, aber deine Idee werde ich mal ausprobieren. Da ich Hochbeete habe, überlege ich ob ich die Erbsen in die Mitte setze, wie würdest du dann die Reihen machen? Ich nehme am liebsten Zuckererbsen, da ich sie gern als kleine Schote mit in meine schnelle Schmorpfanne gebe.(Hab nur 1 1/2Stunde Mittagspause, bin zuhause dann schnell Kochen) Liebe Grüße, Monika

    Antworten
    • Hallo Monika,
      ja in Hamburg ist das Wetter doch ein wenig anders als hier. Gute Idee mit der Forsythienblüte, das kenne ich als Startsignal um die Rosen zu schneiden. Zuckerschoten kannst Du eh nicht so früh säen wie die Palerbsen, also ist das Warten in diesem Fall besonders wichtig. Wer Erbsen oder Zuckerschoten in die Mitte setzen möchte, muss lediglich bei den Zwiebeln aufpassen, dass diese nicht direkt neben die Erbsen kommen. Möhren sind perfekt neben Erbsen und der Mangold/Kohlrabi ja sowieso, wie schon beschrieben im Plan. Das wird gut klappen, ahoi!
      Liebe Grüße,
      Astrid

      Antworten
  • Hallo Astrid,
    Ich folge dir schon länger und werde jetzt einiges in meinem Garten umsetzen. Eines macht mir Kopfzerbrechen. Man soll ja Kohlpflanzen nur alle 5 Jahre auf ein Beet bringen. Jetzt sind aber auf der Wunschliste: Palmkohl, Kohlrabi, Wirsing und Chinakohl. Da kann man das irgendwie nicht so ganz einhalten. Gibt es da Tipps?
    LG Anke

    Antworten
    • Hallo Anke,
      Wenn Du diese 4 Kohlarten bewerten sollst im Hinblick auf Kohlhernie,(das ist ja der Hauptgrund, aus welchem dieser 5 Jahres Abstand gewählt wird), dann sind Palmkohl und Wirsing besonders lange auf den Beeten von der Kulturdauer, während Chinakohl kürzer steht und Kohlrabi mit Abstand am kürzesten. Ich weiß jetzt nicht, wie viele Beete Du hast, wenn es drei bis vier wären, würde das ja klappen mit der Fruchtfolge. Bei nur zwei Beeten würde ich immer wieder versuchen, ein-bis zwei Reihen zu schieben, und den Kohlrabi als nicht so richtig anfällig zu betrachten, weil er nur relativ kurz steht. Wenn Du mit EM arbeitest und sehr gut mulchst, ist das alles nicht so tragisch, da die Bakterien schnell im Boden aufräumen und eine sehr gute Widerstandskraft des Bodens bewirken. Ich würde es nur dort besonders genau mit den 5 Jahren nehmen, wo schon einmal Probleme mit Kohlhernie aufgetaucht sind.
      Liebe Grüße
      Astrid

      Antworten
      • Hallo Astrid,
        5 Beete habe ich zu Verfügung. Ich denke mit Kohlhernie hat es hier keine Probleme, da der Garten bestimmt 10 Jahre nicht bewirtschaftet wurde und ich erst letztes Jahr angefangen habe. Da ich diesesJahr auch mit EM arbeiten möchte, werde ich einfach versuchen die langen alle 5 Jahre in Mischkultur und die anderen “dazwischen”zu mogeln. Vielen Dank für deine schnelle Antwort.
        LG Anke

        Antworten
        • Hallo Anke,
          Genau so würde ich es auch machen. Wenn Du jetzt auch mit EM anfängst, dürfte es auf diese Art keine Probleme mit Kohlhernie geben. Ganz viel Spaß und Erfolg wünsche ich Dir. Liebe Grüße,
          Astrid

          Antworten

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