Winterpostelein anbauen

Der Anbau von Winterpostelein ist nicht schwer und wird mit diesen Tipps leicht gelingen. Wer Postelein noch nicht kennt, wird von dieser pflegeleichten Pflanze begeistert sein. Sie ist auch sehr gut für den Balkon geeignet.

Winterpostelein (6)

Dieses wunderbar unkomplizierte Kraut wird noch viel zu selten im Garten angebaut. Dabei ist es der ideale Lückenfüller im Spätsommer, wenn die Nachttemperaturen fallen.

Winterpostelein gehört zur Familie der Portulakgewächse. Es wird zwischen Sommerportulak und Winterportulak unterschieden. Letzterer hat auch den Namen Winterpostelein oder Tellerkraut.

Optimale Keimtemperatur

Die optimale Keimtemperatur beträgt für die Nacht 12 °C. Aus diesem Grund wird er für das Freiland erst im August oder auch September gesät, wenn die Nachttemperaturen wieder fallen. Das Saatgut ist sehr fein, daher hat es sich bewährt, dieses mit etwas trockenem Sand zu mischen, das erleichtert die gleichmäßige Aussaat. Der Boden darf für die Keimung nicht austrocknen, das ist wichtig!

Der Samen wird nur schwach mit Erde bedeckt, 1 cm tief ist genau richtig. Also nur ganz dünn gegen das Autrocknen und Verwehen durch den Wind abdecken. Letztendlich bildet die Einzelpflanze eine schöne Rosette aus, daher ist ein Abstand von 15 cm günstig, um ausreichend Platz dafür zu geben.

Winterpostelein als Jungpflanze
Zarte Jungpflanzen von Winterpostelein

Sehr sicher ist es aber auch bei diesem feinen Saatgut, ihn in kleinen Töpfchen vorzuziehen, (z.B. auch, wenn momentan noch kein Beet frei ist). Über die Fruchtfolge müssen wir uns gar keine Gedanken machen, da die Portulak Familie ansonsten im Nutzgarten in Deutschland keine Rolle spielt.

Im Gewächshaus

Glückliche Besitzer eines Gewächshauses können ihn auch noch den ganzen Herbst bis Anfang November vorziehen, weil er ausgesprochen hart im Nehmen ist. Winterpostelein wächst noch bei Temperaturen zwischen 4-8 °C. Außerdem ist dieses pflegeleichte Gewächs besonders winterhart, er verträgt Temperaturen bis -20°C. Allein deshalb sollte ihn meiner Meinung nach jeder Gärtner im Repertoire haben. 🙂

Die kleinen Pflänzchen entwickeln sich rasch und sehen bald entzückend frisch und appetitlich grün aus. Wer kann da noch widerstehen? Die Blattform erinnert an eine Kreuzung zwischen Herz und Pik! 😉

Wenn in mehreren Sätzen gesät wird, kann Winterpostelein den ganzen Spätherbst und Winter über geerntet werden. Auch der weißblühende Postelein ist noch essbar. Die Blätter können frisch als Salat, aber auch ähnlich wie Spinat als Gemüse zubereitet werden. Ideal auch für den grünen Smoothie!

Posteleinrosette
Die Rosette hat sich schön entwickelt.

Auch in der Wasserversorgung ist er überhaupt nicht anspruchsvoll. Nur bei großer Trockenheit und natürlich im Gewächshaus muss auch nach der Keimung ab und zu gegossen werden.

Wer nach diesen Lobeshymnen auf Winterpostelein immer noch keinen Drang verspürt, dieses tolle Kraut einmal anzubauen, dem gebe ich jetzt noch einen letzten Anreiz:

Die Vermehrung

Wenn der Frühling den Winterpostelein zum Blühen gebracht hat und die Blüte schon einige Zeit Samen ansetzen konnte, dann kannst Du ihn ganz einfach vermehren. Dazu reißt Du die ganze Pflanze aus und legst sie genau an die Stelle, wo Du im Herbst/Winter der nächsten Saison wieder gerne den Postelein hättest. Zusätzlich hast Du sogar noch eine tolle Mulchschicht. So einfach kann das Leben sein! 🙂

Ich danke an dieser Stelle meiner Freundin Eva für den Tipp mit der Vermehrung.

Saatgut von Winterpostelein in Bioqaulität bekommst Du hier: Reinsaat Winterpostelein

Sommerportulak

Sommerportulak wird von Mai bis August ausgesät. Er kommt auch wild im Garten vor. Bei mir habe ich ihn tatsächlich wild gefunden, lange Zeit wusste ich gar nicht, dass er genau wie Feldsalat zwar kleiner als die Kulturform, aber essbar und sehr lecker ist.

Sommerportulak
Wilder Sommerportulak im Biogarten Füllhorn

Ich hoffe, ich konnte Dir so richtig Lust auf den Posteleinanbau machen und bin gespannt, wie er Dir schmeckt.

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Von Herzen

Astrid

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