So gelingt der Anbau von Fenchel

Fenchel gehört zur Familie der Doldenblütler, in die auch Gemüse wie Möhren, Pastinaken, Sellerie, Petersilie und Kerbelrübe gehören. Zu allen sollte eine Anbaupause von 4 Jahren eingehalten werden.

Knollenfenchel

Bei Knollenfenchel (oder auch Gemüsefenchel im Gegensatz zu Gewürzfenchel) unterscheidet man zwei Möglichkeiten beim Anbauzeitpunkt. Außerdem kann er sowohl in Vorkultur als auch in Direktsaat angebaut werden.

Der Anbau im Frühjahr mit Ernte im Sommer

Für die Frühjahrsaussaat empfiehlt sich die Vorkultur Anfang Februar im Haus. Die optimale Keimtemperatur beträgt 20-22°C, nach dem Aufgehen sollte er kühler stehen, bei ca. 15-18°C. Er wird dann 4-5 Wochen nach dem Säen gesetzt, das ist also Anfang/Mitte März, meistens noch unter Vlies. Ab Mai kann er ohne Schutz stehen. Die richtige Sortenwahl ist ausschlaggebend für den Erfolg, z.B. Fino.

Die Pflanzung

Fenchel hat dann eine Kulturdauer von 3-4 Monaten. Es ist sehr wichtig, dass Du die Pflanzen nicht überständig setzt, das bedeutet, sie sollten 4-5 Wochen nach der Aussaat gesetzt werden. Das fällt besonders dem Anfänger schwer, weil die Setzlinge oft jämmerliche Gestalten sind, die keinerlei Ähnlichkeit mit der erhofften Knollenfrucht haben. Setze sie nach dieser Zeit trotzdem, wenn nötig unter Vlies, weil sie bei Überständigkeit zum Schossen neigen. Sie werden nicht zu tief gesetzt und auch das wirkt auf den Anfänger nicht sehr hoffnungsvoll.

Die Wurzel sollte im Erdreich verschwinden, aber die Miniknolle muss komplett oberirdisch liegen, auch wenn das Pflänzchen zunächst kippt. Oh Wunder, es richtet sich nach einigen Tagen meistens auf und entwickelt sich zu einer schönen Knolle. Werden sie zu tief gesetzt, dann bleibt der Bauch flach, was ja durchaus ein erstrebenswertes Schönheitsideal des modernen Menschen sein mag, aber nicht für Fenchel! Dort sind Rubensfiguren gefragt! 🙂 Der Reihenabstand beträgt 40 cm und in der Reihe sind 30 cm von Setzling zu Setzling optimal.

Fenchel in Mischkultur mit Salat und Tagetes

Fenchel und seine große Neigung zum Schossen

Wie kaum ein anderes Gemüse außer Salat neigt Fenchel sehr stark zum Schossen. Dieses zu-frühe-in-Blüte-gehen bevor die Frucht richtig reif ist wird dann bei Pflanzen ausgelöst, wenn sie Stress bekommen. Durch die vorzeitige Blüte wollen sie rechtzeitig Samen bilden, bevor die scheinbar unwirtlichen Umstände sie dahinraffen.

Stress kann für Fenchel z.B. Wassermangel bedeuten, zu hohe Temperaturen (über 24°C) und auch eine zu enge Pflanzung.

Die Direktsaat

Bei einer Sommeraussaat kann auch die Direktsaat praktiziert werden, allerdings muss wegen des sehr langsamen Jugendwachstum das Beet gut beikrautfrei gehalten werden. Das bedeutet, am Anfang sollte mehrmals Beikraut reguliert werden, später dann am besten die Reihen mulchen. Fenchel fühlt sich sehr wohl in einer Reihe, in der vorher Frühkartoffeln oder Spinat gewachsen sind.

Wasserbedarf und Düngung

Als Mittelzehrer braucht Fenchel im Laufe seiner Entwicklung eine Düngegabe, am besten ca. 5 Wochen nach dem Setzen. Du erkennst den Zeitpunkt daran, dass die Knolle anfängt zu wachsen.  Dies kann z.B. ein kräftiger Schluck Brennnessel-Smoothie sein, siehe dazu auch noch einmal mein Kurzvideo, falls Du es noch nicht kennst.

Alternativ kannst Du die Reihe mit einigen handvoll Bokashi+400 Pellets versorgen, es sei denn, das Beet ist sehr nährstoffreich. Wenn zu wenig Nährstoffe vorhanden sind, bildet der Fenchel nur kleine Knollen aus und geht außerdem noch schnell in Blüte. Sollte das doch einmal passiert sein, dann kannst Du vielleicht ein oder zwei dieser Exemplare stehen lassen, weil Fenchellaub so beliebt bei den Schwalbenschwanzraupen ist.

Die Raupe des Schwalbenschwanz liebt Fenchel. Foto von Pixabay.

Futterpflanze für die Raupen des Schwalbenschwanz

Für mich ist es immer wieder ein gärtnerisches Highlight, wenn ich diese Raupen am Fenchel oder den verwandten Möhren oder Dill entdecke. Jeden Tag gehe ich zu ihnen und erfreue mich an ihrer beeindruckenden Pracht. Hier ist schon die Raupe ein Genuss für’s Auge, wie wunderschön ist erst der Schmetterling?Letztere sind sehr auffallend, weil sie besonders groß für einen heimischen Schmetterling sind und auch außergewöhnlich schnell fliegen.

Nach dem Setzen und ab der Knollenentwicklung ist eine gleichmäßige Wasssergabe nötig, um zarte Knollen hervor zu bringen. Diese sorgfältige Pflege ist nötig damit sich die Bäuche runden. Du wirst belohnt durch den köstlichen, außergewöhnlichen Geschmack dieses aromatischen Gemüses. Wenn Du dann nach der Ernte das kleingeschnittene Laub noch als Mulch für die Bodenlebewesen direkt auslegst, gibst Du damit schon wieder den Impuls für Fruchtbarkeit und Vielfalt für das nächste Gemüse an diesem Platz.

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Von Herzen

Astrid

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