Reife Paprika ernten!

Reife Paprika ernten, wie gelingt dies? Das Problem bei Paprika ist oft, dass sie nicht rechtzeitig vor der Herbstkälte reif werden. Da sie echte Sonnenkinder sind, brauchen sie viel Wärme. Wenn Du im Freiland endlich auch reife Paprika ernten willst, gibt es einige Tipps, mit denen dieses Ziel gelingt.

Paprika Liebesapfel

Frühe Aussaat

Ganz wichtig für die Aussaat von Paprika ist es, dass diese schon Ende Januar ausgeführt wird. Sie brauchen für die Keimung eine Temperatur um 25°C. Die Keimung dauert ca. 2 Wochen. Bei mir steht die Saat immer direkt auf der Fensterbank über der Heizung. Wenn die Samen nicht keimen, ist fast immer die mangelnde Temperatur der Grund. Drei Wochen nach der Aussaat sind die winzigen Pflänzchen im Keimblattstadium und können pikiert werden. Dabei werden sie ein wenig tiefer gesetzt als sie vorher in der Anzuchtschale standen. Jetzt reichen 20°C aus für die Winzlinge. Sie sollten nun so hell wie möglich stehen, damit sie nicht dünn und schwächlich in ihrer Suche nach dem Licht werden.

Paprika mit Blüte

Meine persönliche Lieblingssorte heißen”Liebesapfel” und ‘Afrodita'( eine orange Paprika) und es gibt sie bei Bingenheimer Saatgut. Mit dieser Sorte habe ich beste Erfahrungen gemacht, sie reift auch im Freiland zuverlässig ab, sollte allerdings Ende Januar, spätestens Anfang Februar ausgesät werden. So kannst Du im Spätsommer reife Paprika ernten

Die 1. Art ist eine Topfkultur

Dafür setzt Du die Pflanzen schon Mitte März in größere Gefäße, mindestens 10 Liter wären gut. Die Paprika sollen die ganze Saison im Topf stehen, sie wurzeln am geschützten, hellen Platz sehr gut ein und wachsen deshalb für eine Paprika am Anfang recht gut. Du kannst sie nach den Eisheiligen im Topf an einen sonnigen Platz im Garten stellen, bist aber flexibel, je nach Wetter. Der große Vorteil ist, dass Du sie bei schlechtem Wetter, das heißt zu kalt und zu wenig Sonne, an einem wärmeren Ort ausreifen lassen kannst. Das geht am besten dort, wo eine sonnige Hausmauer Schutz bietet, ein Wintergarten, ein heller Unterstand an einem Schuppen, etc. Der Vorteil der Wärme betrifft nicht nur die Monate April und Mai, sondern genauso auch später die Monate September und Oktober. Wenn üppiger, aber noch grüner Fruchtbehang auf kaltes Wetter stösst, kannst Du mit Töpfen bei diesem empfindlichen Gemüse sehr flexibel reagieren und wirst so auch wirklich reife Paprika ernten. Gib jeder Pflanze einen Stützstab, sonst besteht die Gefahr des Windbruchs. 🙁

Die 2. Methode funktioniert mit einem Gemüsevlies

Auch hierfür empfehle ich Dir, die Jungpflanzen noch ein zweites Mal in einen größeren Topf zu setzen, es reicht ein 15-17er Topf. So können sie bis zur Auspflanzung ins Freiland noch kräftiger werden und bringen sehr gute Voraussetzungen für das Freiland mit.

Jungpflanzen werden abgehärtet vor dem Umzug ins Beet

Bei beiden Arten gleichermaßen wichtig ist das allmähliche Abhärten der Jungpflanzen. Sie können ab April, je nach Wetter, tagsüber gut draußen stehen, am Anfang die ersten Tage lieber im Halbschatten. Wenn deutliches Wachstum sichtbar wird, ist der Zeitpunkt für einen sonnigen Platz gekommen. Das erfordert tägliche Pflege, da in der Sonne die Töpfe doch schnell austrocken.

Die Königsblüte entfernen

Die erste Blüte, die sich zeigt, wird am besten entfernt, auch wenn es schwer fällt! 🙁 Das hat zur Folge, dass sich die Pflanze viel besser verzweigt und daher auch wesentlich mehr Blattmasse bilden kann. Gerade bei Paprika ist das Verhältnis der Blattmasse zur Fruchtentwicklung sehr effektiv ausgebildet. Dieses Gemüse lässt nur ein optimale Fruchtbildung und Fruchtmenge bei optimaler Blattmasse zu. Für uns Gärtner heißt das, wir sorgen zunächst für eine gute Wurzelbildung, dann für eine gute Verzweigung durch das Abknipsen der Königsblüte. Dann bildet sich üppige Blattmasse und daraus üppiger Fruchtbehang, der auch abreifen wird! 🙂 Wenn die Paprika in wärmeren Gegenden schon Anfang Mai ins Beet kommt, ist es sehr gut, wenn als Kälteschutz mit einem Vlies abgedeckt wird. Ich benutze ein Tunnelgestell, das gibt nach oben hin Platz zum Wachsen, falls das Vlies durch schlechtes Wetter bedingt längere Zeit drauf bleiben muss.

Weitere Pflege

Paprika sind Starkzehrer, wollen also gut gefüttert werden. Ich verwende dafür meistens Dünger-Pellets, alternativ geht auch eine ordentliche Handschaufel Kompost oder abgelagerter Pferdemist. Sehr gut gedeihen sie auch mit Brennnesseldüngung. Anders als viele Biogärtner verwende ich keine Brennnesseljauche, da diese als Fäulnisprodukt Schnecken anzieht. Die hochwirksamen Inhaltsstoffe der Brennnnessel erlange ich dadurch, dass ich sie entweder kleingerupft auf den Boden ins Paprikabeet lege.

Paprika Frühzauber
Sehr ertragreiche Paprika Sorte ‘Frühzauber’

Brennnessel-Smoothie

Als Alternative mache ich einen Brennnessel-Smoothie.

Das geht ganz einfach, indem ich frische, junge Brennnesseln im Mixer mit Wasser verdünnt zerkleinere. Diesen Smoothie verdünne ich noch einmal stark, bevor ich damit gieße. (ca. 200ml Smoothie auf 10 Liter). So aufbereitet gelangen die Inhaltsstoffe sehr schnell an die Wurzeln. Man sieht innerhalb von wenigen Tagen die Wirkung am frischen Grün der Blätter. Die Umwesung der gerupften Blätter dauert im Vergleich zum Smoothie viel länger.

Das bekommen meine Paprika dreimal in der Saison. Im Juni wird es dann auch Zeit für eine Stütze im Beet, binde den Haupttrieb gut fest, sie brechen sonst bei starkem Wind. Wenn jetzt noch regelmäßig alle 2-3 Tage gut gegossen wird, werden sich in einem gepflegten, gesättigten Boden kräftige, gesunde Paprikapflanzen entwickeln, die durch die Vliesabdeckung oder den geschützten Platz genug Wärme für das Abreifen erhalten. Auf schlechtes Wetter kannst Du nun mit diesen Methoden schützend reagieren und einer üppigen Paprika-Ernte steht nichts mehr im Weg!

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Von Herzen

Astrid

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