Wenn Pflanzen umziehen

Dieser Artikel möchte dir einige Anregungen geben, wie die Natur es vorgesehen hat, dass Pflanzen ihren Standort wechseln. Wenn du über diesen Vorgang ein erweitertes Verständnis hast, dann kannst du auch besser nachvollziehen, wie du am besten beim Umzug helfen kannst.

Fliegende Samen

Es gibt mehrere Arten, wie Pflanzen auch über große Entfernungen wandern.

Standortwechsel durch Samen

Die bekannteste Art ist durch Samen. Wenn Samen durch Wind, Wasser oder Tiere zu einem neuen Standort transportiert werden, haben sie oft viele Kilometer zurückgelegt. Sie landen häufig an einem vollkommen unterschiedlichen Ort im Vergleich zu ihrem Ausgangspunkt und sehr viele Samen finden einfach keine passenden Bedingungen zur Keimung am neuen Standort. Es gibt keine guten Keimbedingungen für sie und ihre Reise ist damit beendet.

Davon bekommen wir Menschen in der Regel nichts mit, der Samen ist erst gar nicht aufgegangen. Wir Gärtner sehen uns im Garten oft mit der anderen Variante konfrontiert, wenn Samen zu uns gelangen, die bei uns gute Bedingungen für ihre Keimung vorfinden. Wir nennen diese Pflanzen dann oft Unkraut, sachlich gesehen ist es einfach ein zugewanderter Samen, der gute Bedingungen in unserem Gartenmilieu vorgefunden hat. Das Milieu hat darüber entschieden, ob es zur Keimung kam oder eben nicht.

Standortwechsel durch Ausläufer und verwandte Arten

Die zweite Art des Wanderns besteht aus ausläuferbildenden Kriechbewegungen, die von der Mutterpflanze als Basislager unterstützt werden, entweder unterirdisch oder auch oberirdisch. Ein sehr bekanntes Beispiel für diese zweite Art ist die Erdbeere, bei der die Mutterpflanze kleine Kindln ausschickt, die dann ein wenig entfernt von der Mutter Wurzeln schlagen. Auch viele Gräser wandern in dieser Form unterirdisch ein wenig weiter. Jeder Gärtner kennt das Phänomen, dass neben einem Rasen oder einer Wiese die Beete immer kleiner werden, wenn keine Rasenkante Einhalt gebietet, oder eben auch ein wachsamer Gärtner immer wieder jätet. 🙂

Dieser Vorgang bedeutet für die Pflanze einen enormen Vorteil, da sie ein sehr vertrautes Milieu am neuen Platz vorfindet. Am bedeutendsten mag dabei die Tatsache sein, dass über den Verbindungsstrang des Ausläufers auch die Mikroorganismen der Mutterpflanze und des dazugehörigen Bodens mitwandern. Sie sind dem Ausläufer genauso vertraut wie die Bakterienflora eine Menschenmutter für ihr Menschenkind. Die vertrauten Bakterien der Mutter schützen das Baby vor fremden Keimen und helfen beim Erkunden des neuen Lebensraumes.

So auch bei den Pflanzen. Die vertrauten Mikroorganismen helfen beim Einwurzeln im sehr ähnlichen Milieu nur wenige Zentimeter entfernt und das ist ein bewährter und außerordentlich erfolgreicher Wandervorgang in der Natur. Er setzt auf beharrliche und kontinuierliche kleine Standortveränderungen, während der erstgenannte Vorgang zwar große Entfernungen schnell erobert, aber nur eine sehr viel kleinere Erfolgsrate verspricht.

Nicht vorgesehen ist bei diesen beiden Varianten der Umzug mit fertigem Wurzelballen! So hat die Evolution wenig Erfolg zu verbuchen gehabt.

Allerdings ist dies die Variante, die in den meisten Gärten ständig praktiziert wird. Eine fertig bewurzelte Pflanze aus einem Topf, also einem Kunstklima, wird gekauft und soll am neuen Standort gut einwurzeln und schnell (Wurzel)Fuß fassen.

Wie können wir Gärtner dabei helfen?

Das ist keine einfache Sache für die Pflanze und erfordert eine große Anpassungsleistung. Das Bakterienmilieu einer bewurzelten Pflanze ist eine eingespielte Truppe, die sich allmählich wachsend nach der Keimung ständig verändert hat und optimal zu dem ersten Standort gepasst hat.

Nun soll die Pflanze umziehen und plötzlich an einem neuen, mit fremden Bakterien besiedelten Ort einwurzeln. Ein enormer Stress für die Pflanze, der dann umso größer ist, je fremder die neuen Bakterien sind.

Reisestress

Du kennst diesen Vorgang aus dem Urlaub in die Ferne. Die Zusammensetzung der Speisen und die fremden Bakterien machen uns manchmal ganz schön schwer zu schaffen. Der Verdauungsapparat leistet Schwerstarbeit und manchmal geht das auch voll daneben. 🙁

Im Pflanzenreich ist der Boden der Darm der Pflanze und wir Gärtner können unseren Gartenneulingen das Leben erheblich erleichtern, wenn wir ihnen den Umzug so vertraut wie möglich machen. Es geht darum, ihnen den Pflanzschock zu erleichtern. Die Schwerstarbeit der Anpassung an das neue Bodenmilieu geht wesentlich leichter und schneller, wenn dieselben Mikroorganismen im Wurzelballen der Pflanzen sind wie im neuen Gartenboden.

Hilfe durch das Gießen mit Effektiven Mikroorganismen

Daher ist hier mein Tipp, die ‘Neuen’ zunächst einmal eine Woche im Schatten in den Töpfen zu belassen und schon zwei-dreimal mit Effektiven Mikroorganismen zu gießen. Wenn du bisher auch den Gartenboden schon mit sEM versorgt hast, ist das Bakterienmilieu sehr ähnlich und der Einwurzelungsvorgang ist nicht mehr so ein stressiger Kraftakt für die Pflanze. Jetzt kann sie sich sehr schnell zurechtfinden, weil ihr die vertrauten Bakterien helfen.

Wenn du die Pflanzen selbst angezogen hast, ist es genauso hilfreich, schon die Anzuchten mit sEM zu gießen, weil dann auch hier die Bakterien der Jungpflanzen mit den Bakterien von Mutter Erde in deinem Garten gleich sind.

Auf diese vorsorgende Art ist es für Pflanzen viel leichter und schneller möglich, die Reise an den neuen Aufenthaltsort gesund zu überleben und den Gärtner mit einem üppigen, kraftstrotzendem Dasein zu erfreuen. So wird diese Art von Umzug auch mit Wurzelballen gut gelingen und empfindliche Naturelle schaffen den Einzug in deinen Garten.

Ich hoffe, dass auch dein Garten ein Ort ist, wo für neue Pflanzen das Leben gut weiter geht und nicht die Reise frühzeitig zu Ende ist.

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Von Herzen

Astrid

4 Kommentare

    • Liebe Angie,
      vielen Dank für Dein Feedback, das freut mich sehr!
      Ganz liebe Grüße
      Astrid

      Antworten
  • Erst einmal ein großes Lob für diesen Blog. Ich bin immer gern auf deinen Seiten.
    Ich hab mir sEM bestellt und bin schon ganz gespannt. Das ist schon fast wie Warten auf das Christkind. Von den (hoffentlich)Erfolgen werde ich dann öfter berichten.
    Freu mich schon auf deinen nächsten Beitrag.

    Antworten
    • Liebe Karin,
      habe herzlichen Dank für Deine Komplimente, das freut mich sehr, wenn mein Blog gerne gelesen wird. Ich helfe so gerne mit, Effektive Mikroorganismen in der Gärtnerwelt bekannt zu machen und damit zur Gesundung von Mutter Erde und ihren Geschöpfen beizutragen. Ich freue mich schon sehr auf Deine Berichte, wenn noch etwas unklar ist, beantworte ich auch gerne Deine Fragen.
      Ganz viel Freude beim Gärtnern mit Effektiven Mikroorganismen wünsche ich Dir von Herzen,
      Astrid

      Antworten

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