Spinatanbau im Garten

Spinatanbau im Garten ist nicht schwer und im August bis Anfang September ist der Spinat ein ideales Gemüse als Nachkultur auf vielen Beeten. Wäre Popeye ein Bodenbewohner, so könnten wir ihm jetzt zum Sommerausklang mit diesem Bodenkraftpaket viel Gutes tun.

Spinat

Da Spinat aus der Familie der Gänsefußgewächse stammt, muss bei der Mischkultur sorgfältig darauf geachtet werden, dass er nicht nach oder neben Rote Bete, Mangold und Gartenmelde angebaut wird. Diese genannten Arten gehören zur selben Familie und haben keinen guten Einfluss aufeinander.

Die Langtagspflanze Spinat

Was ist eine Langtagspflanze? Das sind diejenigen Pflanzen, die ab einer bestimmten Tageslänge zum Schossen neigen. Jede Spinatsorte ist unterschiedlich empfindlich, aber insgesamt ist ab einer Tageslänge von 10-14 Stunden die Neigung zum Schossen sehr groß. Das ist auch der Grund, warum im Sommer kein Spinat angebaut wird, er würde fast unmittelbar in Blüte gehen. Ein guter Ersatz ist im Sommer der Neuseeländer Spinat, der schossfest ist und sehr hitzeverträglich. Momentan wuchert dieser bei mir mit nur 3 Pflanzen ein ganzes Beet von 3-4 Quadratmetern zu.

Neuseeländer Spinat
Neuseeländer Spinat, im Sommer eine gute Alternative zum normalen Spinat

Spinatanbau im Herbst oder Frühjahr

Da Spinat ein Dunkelkeimer ist, muss die Aussaat gut mit Erde bedeckt sein. Außer nun im September ist auch der Frühjahrsanbau im März oder Anfang April sehr gut, dann wäre es als Vorkultur vor den Hauptkulturen. Wenn in Reihen gesät wird, ist eine vorgezogene Rille von 3 cm Tiefe am besten. Die recht großen Samenkörner lassen sich relativ gut einzeln packen und werden im Abstand von ca. 5 cm, je nach Sorte gelegt. Die Rille gut bedecken und sehr sorgfältig feucht halten. Bei zu starker Trockenheit reagiert er auch mit verfrühtem Blühen. Möglich ist auch eine breitwürfige Aussaat, das geht viel schneller, ist aber für die Ernte später schwieriger und meistens bleibt der Spinat kleiner, da er nicht so gleichmäßig viel Platz hat. Übrigens sitzen Männlein und Weiblein an unterschiedlichen Pflanzen, das ist die sogenannte Zweihäusigkeit von Spinat. Falls Du eigenes Saatgut ernten willst, ist das wichtig zu wissen, da die männlichen Blüten 2 Wochen früher blühen und das Saatgut nur von den weiblichen Pflanzen genommen wird.

Spinat ist ein Mittelzehrer und braucht nur eine bescheidene Kompostgabe. Er passt gut nach Hülsenfrüchten wie Bohnen oder Erbsen, wird dafür dann gar nicht zusätzlich gedüngt. Diese Gemüse aus der Familie der Leguminosen stellen genügend Stickstoff für den Spinat als Nachfolger zur Verfügung. Wer hier zu viel des Guten tun möchte, riskiert nur einen erhöhten Nitratwert im Spinat.

Jetzt im September ist der Boden manchmal recht trocken, daher ist es vorteilhaft, ihn vor der Aussaat mit der Brause gut zu wässern, Spinat liebt feuchten Boden!

Hier habe ich noch einen tollen, sehr informativen Gastartikel über das Superfood Spinat. Dort erfährst du den enormen, gesundheitlichen Nutzen von Spinat für uns Menschen.

Weiter geht es noch mit der Wirkung auf deinen Gartenboden:

Warum ist Spinat ein Kraftpaket für den Boden?

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Spinat wurzelt besonders tief, er kann seine langen Pfahlwurzeln bis zu 1,20 m in die Tiefe schieben und holt von dort wichtige Mineralstoffe nach oben. Außerdem lockern die Wurzeln den Boden, daher ist er eine ausgezeichnete Gründüngungspflanze. Wenn Du also Deinem Boden einen Energieschub geben willst nach Popeye-Art, dann ist jetzt ein sehr guter Zeitpunkt dafür.

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Spinatanbau im Garten hat doppelten Nutzen, oberirdisch und vor allem auch unterirdisch!

Wie wird geerntet?

Die ersten Blätter sind schon nach 6-8 Wochen erntereif und können auch roh als Salat zubereitet werden. Später werden dann ganze Rosetten geschnitten. Achte darauf, dass Du nur die Blattrosette abschneidest, nicht aber die Wurzeln mit rausreißt. Diese verbleiben am besten im Boden und reichern ihn dadurch noch zusätzlich mit wertvollen Saponinen an, was einen sehr vorteilhaften Einfluss auf die Nachbarkultur und die späteren Kulturen hat. Als Mischkulturpartner profitieren durch das schnelle Wachstum die Nachbarkulturen von der Beschattung des Bodens. Ein Multitalent also, auf das Du auf keinen Fall verzichten solltest.

In meinem vorherigen Garten in NRW habe ich mich eine Zeitlang mit einer ganz speziellen Art der Mischkultur nach Gertrud Franck beschäftigt und diese auch begeistert praktiziert. Die Spezialität dieser bekannten Gärtnerin sind die Mischkulturen. Das Besondere daran ist ihre Methode, den Spinat zwischen alle Reihen jeweils alle 50 cm auszusäen. Sie nutzt ihn zunächst als Gemüse, dann aber nach dem Schossen als Trittweg, indem sie ihn einfach abhackt und liegen lässt. Das kommt dem gesamten Boden sehr zugute und ich habe es einige Male so gemacht.

Wenn du diese Methode genauer kennen lernen möchtest, ist dies hier meine Buchempfehlung an dich.

Gesunder Garten durch Mischkultur

Wenn du diese Anbautipps beachtest, wirst du schon Anfang bis Mitte November die ersten jungen Blätter ernten können und Popeye wird glücklich sein!

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Von Herzen

Astrid

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