Der Anbau von Herbstrüben

Dieses köstliche Herbstgemüse ist eine wunderbare Bereicherung des Speiseplans. Der Anbau von Herbstrüben, die auch Mairüben genannt werden, gelingt nun im nahenden Herbst gut, wenn die folgenden Empfehlungen beachtet werden.

Herbstrüben (3)

Herbst-oder Mairüben gehören zur Familie der Kohlgewächse und dürfen auf keinen Fall direkt nach anderen Vertretern dieser Familie angebaut werden. Sehr gut folgen sie nach Bohnen, Erbsen oder Frühkartoffeln. Sie werden entweder ab Ende März/ April bis Juli ausgesät, dann sind es klassische Mairüben oder du kannst sie Mitte Juli bis Mitte August säen, dann gibt es die Herbsternte Ende September bis November. Im Frühjahr gibt es manchmal Probleme mit dem Erdfloh, diese treten bei einer Augustaussaat normalerweise nicht mehr auf und das Laub bleibt von den gefräßigen Käfern verschont.

Also ist jetzt ein sehr guter Zeitpunkt, um positive Erfahrungen mit diesen leckeren Rüben zu machen.

Der Anbau von Herbstrüben

Sie werden direkt gesät und keimen im Frühjahr ab 5°C, viel schneller jedoch zwischen 15°C und 20°C. Sie brauchen keinen besonderen Dünger und sind mit einer gut verrotteten Kompostgabe zufrieden. Wenn es sehr trocken ist, muss gewässert werden. Wenn sie zu dicht aufgehen, musst du sie auf 10 cm ausdünnen, damit die einzelne Knolle genug Platz hat.

Eine besonders delikate Sorte ist das Teltower Rübchen, Goethe hatte eine Schwäche für die zarten weißen Knollen. Sie gedeihen am besten auf sandigem Boden und sind auch jetzt noch eine Spezialität im Brandenburgischem.

Im Frühjahr stehen sie gerne neben Salaten, im Herbst können sie in die Nachbarreihe von Endivien gesät werden. Auch vom starken Geruch der Freilandtomaten profitieren sie, indem der intensive Tomatengeruch den Kohlweißling verwirrt. Wenn du dann noch Kapuzinerkresse in der Nähe hast, ist alles dafür getan, diesen hübschen Flatterchen einen alternativen Speisezettel anzubieten.

Verschiedene Sorten

Eine sehr gute Sorte für den Herbstanbau ist Di Milano a colletto viola

Herbst-oder Mairübe Di Milano a colletto viola
Herbst-oder Mairübe Di Milano a colletto viola

Ich finde sie sehr lecker, weil sie so saftig und mild-würzig sind. Optisch sind sie auch ein Hingucker, weil die Oberseite violett aus dem Boden schimmert, echt nice! Sie wachsen sehr schnell und wenn du jetzt im August noch säest, dann kannst du sie im Oktober ernten und hast eine willkommene Abwechslung auf dem Speiseplan. Nur die Schale ist im oberen Teil violett, das Fruchtfleisch ist weiß und sehr saftig.

In meiner Kindheit in NRW hat meine Mutter auf dem Markt oft Stielmus gekauft und daraus einen sehr leckeren Herbst-oder Frühlingseintopf mit Kartoffeln gemacht. Sehr viele Jahre später habe ich dann als angehende Gärtnerin erstaunt festgestellt, dass dieses besagte Stielmus nichts weiter als der oberirdische Teil der Herbst-oder Mairüben ist. Für die Nutzung als Stielmus gibt es speziell die Sorte Namenia, sie bildet besonders schöne Blattrosetten aus.

Es ist sehr klein geschnitten ein erfrischender, knackiger Salat, die Stiele sind krachend-knackig-saftig, ganz mein Geschmack. Für diesen Gebrauch solltest du  sie ganz eng aussäen, ca. 3 cm Abstand in der Reihe. Wenn Du allerdings eine große Blattmasse möchtest für einen deftigen Eintopf, dann ist es besser, die ganze Rosette zu beernten, das erfordert dann einen viel weiteren Abstand von 30 cm.

In Österreich ist es üblich, die Rüben als Sauergemüse einzumachen, dann werden sie zu Rübenkraut.

Beide Sorten der Herbstrüben werden ausreichend mit Wasser versorgt und der Clou ist, dass du sie auch gut im Topf auf dem Balkon anbauen kannst, dann werden sie etwas kleiner, aber  feiner? 🙂

Herbstrüben sind bis in den Januar lagerfähig, Mairüben nur kurz, ähnlich wie ihre Verwandten, die Radieschen.

Meiner Meinung nach verdient diese sehr leckere Rübe viel mehr Beachtung im Hausgarten und jetzt ist genau der richtige Zeitpunkt, um das einmal auszuprobieren.

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Von Herzen

Astrid

8 Kommentare

  • Liebe Astrid,

    ich habe im vergangenen Jahr das erste Mal Herbstrüben (Sorte Ulmer Ochsenhörner) angebaut. Die Frühjahrsaussaat war im extrem heißen und trockenen Sommer 2015 sehr herb und ich dachte schon, ich verbuche es unter Erfahrungen. Aber ich gab dem Gemüse nochmals eine Chance und habe die Rüben im August nochmals gesät. Und tataaa, ich habe wunderbar schmeckende Rüben geerntet, die gerade in der Winterzeit eine wunderbare Zutat für Salat ist. Mit etwas Schutz konnte ich die Herbstrüben in vergangenen milden Winter bis fast Februar ernten.

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    • Liebe Andrea,
      Du beschreibst da etwas sehr wichtiges beim Gärtnern: Gib vielem eine zweite Chance, manchmal wird es eine komplett andere Erfahrung und man ist so froh, es doch noch einmal probiert zu haben.
      Die Rüben im Garten zu lassen bis zur Ernte ist eine feine Sache, wenn keine Wühlmäuse auf ein leckeres, lila Häppchen warten. Ich freue mich schon auf meine ersten Herbstrüben, ich werde sie mit geriebenem Apfel genießen.
      Liebe Grüße
      Astrid

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      • Liebe Astrid,

        das stimmt – man sollte, nicht nur im Garten, eine zweite Chance einräumen. Ich bin mittlerweile wirklich begeistert von den Herbstrüben. Deswegen habe ich in diesem Jahr noch die Sorte Blanc dur d’hiver bestellt, die im Beet überwintert – allerdings hatte ich für diese Sorte noch keinen Platz. Die Ulmer Ochsenhörner habe ich jedoch bereits Mitte Juli ausgesät, musste die aber nun nochmals nachsäen, da die Schnecken alles abgeraspelt haben (dabei hatte ich in diesem Sommer so gut wie keine Schneckenprobleme bisher). Wühlmäuse habe ich in meinem Garten nicht – toi toi toi, dreimal auf Holz klopfe.

        Herbstrüben geraspelt mit Äpfeln liest sich sehr lecker. Das könnte ich eigentlich ausprobieren. Danke für den Tipp!

        Herzliche Grüße
        Andrea

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        • Liebe Andrea,
          Blanc dur d’hiver habe ich noch nie angebaut, scheint eine weiße Sorte zu sein und klingt auch interessant. Schau, dass Du sie bis spätestens Mitte August unterbringst, jetzt werden ja bald viele Beete frei.
          Herzliche Grüße zurück,
          Astrid

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  • Hallo Astrid,
    danke für den Tipp. Ich hatte noch Samen vom Frühjahr und habe den gleich heute in den Garten getan. Nun hoffe ich, dass ich auch mal Rübchen ernten kann. Im Frühjahr war die Ernte nicht sehr üppig.
    Grüße von Marie

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    • Hallo Marie,
      so schnell wie Du ist wahrscheinlich niemand mit der Umsetzung, Du hast den Samen sogar schneller drin als ich. 🙂
      Ganz herzliche Grüße,
      Astrid

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  • Hallo Astrid,

    sind diese Herbstrüben auch als Steckrüben bekannt?
    Die schmecken uns nämlich sehr gut als Gemüse.
    Die können wir ja dann auch am Freitag sähen, gell?

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    • Liebe Andrea,
      die sind sehr eng verwandt miteinander, aber doch eine andere Rübenart. Da jetzt am kommenden Freitag Blatttag sein wird, habe ich die Saat schon am letzten Samstag für Euch ausgebracht, da war Wurzeltag und das ist ja das passende Element für Rüben. Wir können Spinat und Feldsalat am Blatttag aussäen.
      Bis Freitag, Astrid
      Infos für Mitleser: Andrea ist Teil einer Minigruppe in meiner EM-Gartenschule. Wir treffen uns einmal wöchentlich und ich gebe mein Wissen an die Gruppe weiter, ganz praktisch bei mir auf einem gesonderten Stück Gartenland. Die Gruppe gärtnert mit EM, Mischkulturen und darf natürlich die Ernte für sich einholen.:)

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